Die Corona-Krise und HR

Corona-Krise und HR

Warum Corona uns im HR jetzt nicht aus der Spur bringen sollte

Keine Frage: Die Corona-Krise hat uns aktuell fest im Griff. Täglich erreichen uns neue Meldungen über die Medien, und die aktuellen Fallzahlen sprechen für sich. Nachvollziehbar, dass wir uns in unserer Branche gerade viele Gedanken machen.

Die Auswirkungen von Corona sind im Tagesgeschäft deutlich bemerkbar. Sie als Personaler müssen nun Entscheidungen treffen, die diesem Umstand Rechnung tragen. Und das betrifft auch Neuanstellungen und laufende Bewerbungsprozesse. Aber jetzt in dieser unklaren Situation Prozesse weiterführen?

Nun, fest steht: Bewerbungsprozesse abzubrechen ist nicht unbedingt die beste Lösung. Vielmehr gilt es, jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren und strategisch zu denken.

4 Gründe, warum Bewerbungsprozesse gerade jetzt weiterlaufen müssen.

Auch wenn es im ersten Schritt widersprüchlich erscheint: Gerade jetzt sollten Bewerbungsprozesse weiterlaufen. Denn nach der Krise ist vor der Krise. Der Personalbedarf wird nicht verschwinden, nur, weil Corona Einzug gehalten hat. Gegebenenfalls wird er sich zeitlich verschieben, aber der Bedarf bleibt.

Umso mehr sollten Sie daher auf die Vorteile schauen, die sich aus der aktuellen Situation im Zusammenhang mit Bewerbungsprozessen ergeben.

1. Zeitliche Flexibilität

Bewerber sind aktuell zeitlich besser verfügbar. Durch Corona ist in vielen Bereichen damit zu rechnen, dass Mitarbeiter Überstunden abbauen oder auf andere adäquate Weise von der Arbeit freigestellt werden. Das führt dazu, dass sie zeitlich wesentlich flexibler sind. Einen Bewerbungsprozess und den damit verbundenen Gesprächen kommt dieses sehr zugute.

2. Schnellere Prozesse

Durch die bessere zeitliche Bewerberverfügbarkeit können Bewerberprozesse deutlich schneller durchlaufen werden als normal. Dieses sollten Sie nutzen, Sie holen sich hiermit einen zeitlichen Vorsprung. Nutzen Sie diesen nicht, haben Sie nach der Krise womöglich ein Problem: Wird der „Regelbetrieb“ wieder aufgenommen, wird sich die Situation umkehren. Bewerber werden durch die höhere Arbeitslast deutlich schlechter verfügbar sein.

3. Wettbewerbsvorteil

Wenn Sie die Bewerberprozesse mit den Kandidaten vorantreiben und abschließen, dann sind Sie dem Wettbewerb einen wichtigen Schritt voraus. Denn wer jetzt nicht aktiv weitermacht, wird die Vorteile aus den zwei zuvor genannten Punkten nicht nutzen können und somit zeitlich im Prozess wesentlich zurückfallen.

4. Sofortige Bewerberverfügbarkeit

Die Bewerber sind nach der Krise sofort verfügbar. Wenn Sie den Bewerbungsprozess abgeschlossen haben, brauchen Sie praktisch nur „den Schalter umlegen“. Sie gehen auf Ihre Bewerber zu und haben auf diese unmittelbaren Zugriff.

Wie Sie sehen, haben Sie ganz konkrete Nutzen daraus, wenn Sie die Bewerbungsprozesse jetzt pro-aktiv weiterführen.

Natürlich ergeben sich hieraus weitere Fragen und Aufgabenstellungen. Auf diese möchten wir aber auch gern eingehen.

Fragen und Antworten


F: Soziale Kontakte sollen aktuell gemieden werden, persönliche Vorstellungsgespräche kann ich deshalb im ersten Schritt nicht führen. Welche Lösungen gibt es?

A: Ergänzend zum Telefoninterview für eine Vorabqualifizierung des Bewerbers, ist das Videointerview ein bewährtes Mittel, welches viele Personaler auch schon vor Corona regelmäßig und erfolgreich einsetzen.

Neben Skype sind Lösungen wie Microsoft Teams oder die Software Zoom hierfür sehr gut geeignet. Gerade Zoom zeichnet sich durch eine besonders einfache Handhabung und eine sehr gute Qualität aus. Link: https://www.zoom.us (Deutsche Bedienoberfläche)

Wenn die Erstgespräche erfolgreich verlaufen sind, kann ein persönliches Kennenlernen unter Wahrung der Vorsichtsmaßnahmen erfolgen.


F: Der Bewerbungsprozess ist abgeschlossen und der Bewerber ist geeignet. Aktuell kann ich ihm aber keinen Vertrag anbieten, da die Situation durch die Corona-Problematik unklar ist.

A: Hier geht es darum, dass der Bewerber Ihnen „nicht abspringt“ und Sie dennoch der Firmensituation Rechnung tragen können. Das geht. Anstelle eines Vertrags lässt sich eine Absichtserklärung über die Einstellung erstellen. Dies gibt dem Bewerber Sicherheit und Ihnen Flexibilität.

Da wir keine Rechtsberatung abgeben können: Stimmen Sie sich hier bitte mit Ihrer Rechtsabteilung kurz ab, damit Ihre Erklärung für beide Seiten passend ist.


F: Bis zur Schließung des Arbeitsvertrags kann durch die Corona-Problematik möglicherweise noch etwas Zeit vergehen. Wie verhalte ich mich gegenüber dem Bewerber?

A: Wenn Sie die o. g. Absichtserklärung abgegeben haben, hat der Bewerber schon einmal etwas, worauf er sich stützen kann. Versorgen Sie ihn alle zwei Wochen mit einem Zwischenstand, der ihn über den aktuellen Status informiert.


Wir sind für Sie da

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag und unseren Gedanken in Bezug auf die aktuelle Situation und eine unseres Erachtens sinnvolle Vorgehensweise weiterhelfen konnten. Kommen Sie bei Fragen gerne auf uns zu.

Was unsere Verfügbarkeit angeht: Wir sind gewappnet und wie gewohnt für Sie erreichbar. Kontaktieren Sie uns gerne telefonisch unter 0208-848 360 10 oder unter info@lintis.de

Mögen wir alle aus dieser Situation gestärkt hervorgehen.

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

Giovanni Spinelli und Carmen Dresbach
Geschäftsführer